© Verein für Jugendhilfe und Soziales Pinneberg e.V. 2019 Gruppenangebot zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen psychisch belasteter Eltern  „Kopfstand“ Weitere Informationen : Das  Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche aus der Jugendamtsregion Elmshorn/Barmstedt  mit mindestens einem psychisch belasteten Elternteil. Für die Teilnahme am Angebot ist es weiterhin Voraussetzung, dass aufgrund der psychischen Belastung eines Elternteils  Defizite in der Erziehung, Versorgung und altersgerechten Entwicklung der Kinder und Jugendlichen vorliegen. Der Zugang zum Angebot erfolgt für Kinder und Jugendliche niedrigschwellig auf der Basis von Freiwilligkeit. Die Maßnahme ist pauschal finanziert, ein Hilfeplanverfahren ist nicht notwendig. Der Kontakt kann von den Eltern oder von den Kindern und Jugendlichen selber hergestellt oder durch Dritte vermittelt werden. Wünschenswert ist hierbei abhängig vom Alters- und Entwicklungsstand die Unterstützung der Eltern oder auch professioneller HelferInnen. Darüber hinaus sind die Kontakte und Gespräche vertraulich. Eine Ausnahme ist das Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung, die dem Jugendamt bekannt gemacht werden muss. Das Angebot wird vom  Verein für Jugendhilfe und Soziales Pinneberg e.V. und der Brücke Elmshorn e.V. in Kooperation durchgeführt und besteht aus folgenden Bausteinen: 1. Themenspezifisches Gruppenangebot  für Kinder und Jugendliche Ziele des Gruppenangebots sind der Aufbau sozialer Kompetenzen, eine angemessene Entwicklung, die Unterstützung angemessener Konflikt- und Problemlösungsstrategien sowie die Hilfe in krisenhaften Alltagssituationen. Darüber hinaus sollen Informationen über die Belastung und den Umgang vermittelt werden Es werden Gruppenangebote für  drei  bis maximal 8 Kinder/ Jugendliche  gemacht, die inhaltlich für die  Altersgruppen 6-10 Jahre, 10-13 Jahre, 13-18 Jahre differenziert gestaltet werden. Ausschlusskriterien für die Aufnahme in das Gruppenangebot sind ein erheblicher kinder- und jugendpsychiatrischer Bedarf, eine akute Kindeswohlgefährdung sowie erhebliche Selbst- und Fremdgefährdung.  2. Einzel- und Elternarbeit  Anfragenden Eltern, Kinder und Jugendlichen, die nicht sofort in ein Gruppenangebot aufgenommen werden können, werden im Rahmen der Kapazitäten über  Einzelkontakte versorgt, in denen eine Bedarfsklärung sowie eine Einschätzung der Dringlichkeit erfolgen sollen. Möglichkeiten der Weiterarbeit sind dann eine beratende Unterstützung bis zur Aufnahme in ein Gruppenangebot oder die Weiterleitung und Vermittlung in andere notwendige  Hilfsangebote, eventuell auch übergangsweise.  Es werden über Erziehungsberatungsangebote, Gespräche mit den Kindern und Jugendlichen und familienbezogene Gespräche fallbezogen Strategien entwickelt, wie das Ziel der Stärkung und Stabilisierung der betroffenen Kinder und Jugendlichen erreicht werden können. 3. Allgemeine Beratung und Information Der Rahmen des Gruppenangebots beinhaltet eine regelmäßige offene Sprechstunde für Kinder, Jugendliche, Eltern und Familienangehörige.  Hier liegt der Schwerpunkt auf individueller Beratung und psychoedukativer Intervention. Psychoedukation ist eine systematische und strukturierte Vermittlung von Wissen, das wissenschaftlich fundiert ist und sich auf psychische gesundheits- und störungsrelevante Informationen und Kompetenzen bezieht.  Die psychoedukative Beratung  ist darauf ausgerichtet, Kindern und Jugendlichen altersgerecht Informationen zur Erkrankung ihrer Elternteile zu geben oder aber Eltern zu befähigen, dies einfühlsam und strukturiert selber zu leisten. Die Ratsuchenden erhalten Informationen und Unterlagen zur Unterstützung. Individuelle Klärung von Fragen und Hilfsmöglichkeiten bekommen ausführlich ihren Raum. Darüber hinaus ist die Sprechstunde auch für FachkollegInnen mit Unterstützungsbedarf offen. 4. Fortbildung und präventive Aktivitäten/ Angebote für MultiplikatorInnen Das Angebot beinhaltet Fortbildungsangebote und präventive Aktivitäten für  MultiplikatorInnen. LehrerInnen, ErzieherInnen in Kindertagesstätten, BezugsbetreuerInnen in der Jugendhilfe, MitarbeiterInnen aus der offenen Jugendarbeit u. a. sollen im Umgang mit betroffenen Kindern und ihren Eltern unterstützt werden. Dazu gehören das Wissen um die möglichen Erkrankungsformen, sowie über angemessene Umgangsformen dazu, sowie ein Verständnis für möglich Folgen und Bedürfnisse bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen. Die Fortbildungsangebote werden als Ganz- oder Halbtagesseminare durchgeführt. Darüber hinaus soll ein fest terminiertes kollegiales Beratungsangebot für Fallbesprechungen als offene Gruppe in der Region etabliert werden.